Soziale Gerechtigkeit zeigt sich im Arbeitsalltag oft dort, wo man sie nicht sofort vermutet: in verlässlichen Schutzsystemen, fairen Regeln und Rahmenbedingungen, die allen Menschen eine sichere und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar 2026 macht die Basi – Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – gemeinsam mit ihren Mitgliedern darauf aufmerksam, wie eng Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz mit Chancengleichheit verbunden sind.
Unfallversicherung als Fundament sozialer Teilhabe
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erinnert daran, dass ihre Leistungen unabhängig von Einkommen, Branche oder der persönlichen Situation gelten. Prävention, Rehabilitation und finanzielle Unterstützung sichern Beschäftigung und ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe. Ein zentrales Element ist die Haftungsablösung, die sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen vor langwierigen Rechtsstreitigkeiten schützt und damit Fairness und Rechtssicherheit im Arbeitsleben stärkt.
Berufliche Teilhabe für Menschen mit Diabetes
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, dass Menschen mit Diabetes trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten in einigen sicherheitsrelevanten Berufen weiterhin pauschal ausgeschlossen werden. Das neue Positionspapier „Diabetes und Arbeit“ fordert daher individuelle, arbeitsplatzbezogene Beurteilungen statt genereller Verbote. Diese seien weder medizinisch zeitgemäß noch mit dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes vereinbar. Die DDG betont, dass gut geschulte und verantwortungsbewusste Menschen mit Diabetes nahezu alle Tätigkeiten sicher ausüben können – vorausgesetzt, betriebliche Rahmenbedingungen wie Zeit für Glukosemessungen oder Arzttermine sind gewährleistet.
Politische und fachliche Perspektiven auf gerechte Arbeit
Auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstreicht regelmäßig, dass soziale Gerechtigkeit nur gelingt, wenn Arbeitsbedingungen fair gestaltet, Inklusion gefördert und soziale Sicherungssysteme verlässlich sind. REHADAT, das Informationssystem zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, zeigt anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie Barrieren abgebaut und individuelle Lösungen gefunden werden können – ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit im Arbeitsleben. Die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) weist zudem darauf hin, dass Normen und technische Regeln die Vielfalt der Beschäftigten berücksichtigen müssen, um Arbeitsplätze sicher und inklusiv zu gestalten.
Gemeinsame Verantwortung im Basi‑Netzwerk
Mit über 80 Mitgliedsorganisationen arbeitet die Basi daran, Sicherheit und Gesundheit als Voraussetzung sozial gerechter Arbeitswelten zu stärken. Der Welttag der sozialen Gerechtigkeit macht deutlich, wie breit das Thema in der Arbeitswelt verankert ist – von der Unfallversicherung über chronische Erkrankungen bis hin zu Normung und Inklusion. Faire Chancen entstehen dort, wo Menschen geschützt, unterstützt und einbezogen werden.
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