In lockerer Folge präsentieren wir die Basi-Mitglieder – diesmal die DGAUM, Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. Sie ist eine der prägenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich der Arbeits- und Umweltmedizin. Die DGAUM engagiert sich für Forschung, Versorgung, Prävention und Weiterbildung – und liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung moderner Arbeitswelten. In diesen Tagen (18. bis 21. März 2026), lädt die DGAUM zu ihrer Jahrestagung ein.
In unserem Porträt erfahren Sie:
* welche Schwerpunkte die DGAUM setzt,
* welche Forschungsprojekte aktuell besondere Bedeutung haben,
* wie die DGAUM wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis überführt und
* welche Rolle sie als langjähriges Mitglied im Netzwerk der Basi spielt.
5 Fragen an die DGAUM und ihren Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Nesseler
Was ist die Aufgabe Ihrer Institution?
Die Deutsche Gesellschaft für Arbeits‑ und Umweltmedizin (DGAUM) ist eine gemeinnützige, wissenschaftlich‑medizinische Fachgesellschaft. Sie setzt sich für den Schutz, die Förderung und den Erhalt der Gesundheit arbeitender Menschen ein. Zentrales Ziel ist es, Erwerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern und Prävention in der Arbeitswelt zu stärken.
Eine wesentliche Aufgabe liegt in der aktiven Mitwirkung der DGAUM‑Mitglieder in nationalen Gremien des Arbeitsschutzes. Dazu zählen Kommissionen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie Ausschüsse auf Bundesebene, etwa beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Darüber hinaus bringt die DGAUM ihre Expertise in Gremien zu Berufskrankheiten und in die Leitlinienarbeit ein.
Wie trägt die DGAUM zum Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bei?
Die DGAUM entwickelt seit vielen Jahren eigene Leitlinien zu arbeits‑ und umweltmedizinischen Fragestellungen und bringt ihre Expertise regelmäßig in interdisziplinäre Projekte ein, beispielsweise in nationale Versorgungsleitlinien. Leitlinien sind eine wichtige Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten.
Unser Ziel ist die bestmögliche (arbeits-)medizinische Versorgung von Erwerbstätigen. Um das zu erreichen, setzen wir uns für eine sektorübergreifende Versorgung ein. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei einer Wiedereingliederung der enge Austausch zwischen Betriebsärztinnen und ‑ärzten sowie anderen behandelnden Fachärztinnen und ‑ärzten, etwa in der Onkologie, von entscheidender Bedeutung ist.
Darüber hinaus hat die DGAUM mit nahezu allen Krankenkassen Verträge geschlossen, die es ermöglichen, Schutzimpfungen unkompliziert durch Betriebsärztinnen und ‑ärzte abzurechnen. Durch niederschwellige Impfangebote am Arbeitsplatz können Infektionskrankheiten wie etwa die Influenza eingedämmt werden.
Ein besonderes Anliegen der DGAUM ist der Wissenstransfer: Forschungsergebnisse unserer Mitglieder werden aktiv geteilt – unter anderem über die jährliche Wissenschaftliche Jahrestagung, den größten Kongress für Arbeits‑ und Umweltmedizin im deutschsprachigen Raum. Ergänzt wird dies durch zertifizierte Fortbildungen sowie regelmäßige Fachpublikationen.
Wie erreichen Sie Ihre Ziele?
Als wissenschaftliche Fachgesellschaft positioniert sich die DGAUM regelmäßig zu relevanten Gesetzgebungs‑ und Entscheidungsprozessen und verleiht arbeits‑ und umweltmedizinischen Aspekten eine starke Stimme in der öffentlichen und politischen Diskussion.
Zudem engagiert sich die DGAUM in strategischen Kooperationen. Gemeinsam mit dem Verband der Deutschen Betriebs‑ und Werksärzte (VDBW) und dem Bundesverband selbständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte (BsAfB) wurde die Initiative „die Arbeitsmedizin“ gegründet. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, durch gebündelte Aktivitäten und einen gemeinsamen Auftritt die Sichtbarkeit und Bedeutung der Arbeitsmedizin in der Öffentlichkeit nachhaltig zu stärken.arbeitsmedizin
Wie kann man sich über Ihre Arbeit informieren?
Interessierte sind herzlich eingeladen, die 66. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGAUM vom 18. bis 21. März 2026 in München zu besuchen. Dort erwartet die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm zu aktuellen Themen der Arbeits‑ und Umweltmedizin.
Aktuelle Informationen finden sich zudem auf der Website der DGAUM unter www.dgaum.de/jahrestagung sowie auf dem LinkedIn‑Profil der Fachgesellschaft.
Weshalb freuen Sie sich, Mitglied der Basi zu sein?
Die Basi bietet der DGAUM eine wertvolle Plattform für den interdisziplinären Austausch und vernetzt Akteure aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Selbstverwaltung. Diese Vielfalt an Perspektiven ist entscheidend, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt wirksam zu begegnen.Die DGAUM kann ihre arbeits‑ und umweltmedizinische Expertise gezielt in den Dialog einbringen und profitiert zugleich von den Erfahrungen anderer Disziplinen. Besonders schätzen wir, dass die Basi den präventiven Ansatz konsequent stärkt und Arbeitsschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht –ganz im Sinne des Selbstverständnisses der DGAUM, Gesundheit dort zu schützen und zu fördern, wo Menschen einen großen Teil ihres Lebens verbringen: am Arbeitsplatz.
Foto: Dr. Thomas Nesseler, Hauptgeschäftsführer der DGAUM. Quelle: DGAUM


