Zum Weltkrebstag 2026 weist das Institut für Arbeitssicherheit der DGUV (IFA) in Sankt Augustin auf seine vielfältigen Angebote zur Prävention arbeitsbedingter Krebserkrankungen hin. Das Institut unterstützt Betriebe, Unfallversicherungsträger und die Öffentlichkeit mit Forschung, praxisnahen Instrumenten und fundierten Informationen zu krebserzeugenden Gefahrstoffen und Einwirkungen.
„Bestimmte Krebserkrankungen können in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt werden. Unser Ziel ist es, durch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse sowohl die Anerkennung als auch vor allem die Prävention dieser Erkrankungen zu unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Rolf Ellegast, Direktor des IFA.
Ein zentraler Aufgabenbereich des IFA ist die Unterstützung der Unfallversicherungsträger bei der Prüfung, ob die arbeitstechnischen Voraussetzungen für eine Berufskrankheit vorliegen. Dafür entwickelt das Institut unter anderem Softwareprodukte, Handlungshilfen und Datensammlungen, die in Ermittlungsverfahren eingesetzt werden. Gleichzeitig fließen die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten direkt in eine zielgerichtete Prävention an den betroffenen Arbeitsplätzen ein.
Auf der Homepage des IFA stehen umfangreiche, systematisch aufbereitete Fachinformationen zu Berufskrankheiten zur Verfügung – darunter auch zu arbeitsbedingten Krebserkrankungen. Beispiele sind Datensammlungen zum Auftreten relevanter Einwirkungen, etwa für Harnblasenkrebs durch aromatische Amine oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, für Lungenkrebs durch Asbest oder Nickel und seine Verbindungen sowie für Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung.
Eine besondere Rolle spielt dabei auch die Zentrale Expositionsdatenbank. „Mit der ZED unterstützen wir Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dabei, ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Führung eines Expositionsverzeichnisses nachzukommen“, so Ellegast. In der Datenbank werden Gefährdungen von Beschäftigten durch krebserzeugende Gefahrstoffe erfasst und langfristig gespeichert. Dies dient der Beweissicherung bei möglichen Berufskrankheiten mit oft sehr langen Latenzzeiten und hilft Betroffenen im Erkrankungsfall beim Nachweis einer beruflichen Exposition.
Darüber hinaus stellt das IFA praxisnahe Instrumente für die Gefährdungsbeurteilung bereit. Das Informationsportal „Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen“ bietet umfassende Informationen zu Eigenschaften, Wirkungsweisen, Expositionssituationen und Schutzmaßnahmen. Im Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger werden Expositionen am Arbeitsplatz im Rahmen von Messprogrammen erfasst und in Katastern, Reporten sowie Empfehlungen ausgewertet.
Mit dem GDA Gefahrstoff-Check erhalten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen eine niedrigschwellige Unterstützung beim Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung. Ergänzend stellt die GDA Best-Practice-Datenbank bewährte Praxislösungen, Praxishilfen und Ergebnisse aus Messprogrammen bereit. Für die Substitution krebserzeugender Gefahrstoffe kann zudem das GESTIS-Spaltenmodell genutzt werden, um Alternativen mit geringerem gesundheitlichen Risiko zu identifizieren.
„Wir wollen Risiken sichtbar machen und praktikable Lösungen anbieten – damit Arbeit sicher gestaltet und Krebserkrankungen wirksam verhindert werden können“, betont Prof. Dr. Ellegast.
Fachinformationen zu Berufskrankheiten gibt es hier:
https://www.dguv.de/ifa/fachinfos/berufskrankheiten/index.jsp ,


