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IPA: Forschung für Prävention und Früherkennung beruflicher Krebserkrankungen 

„Prävention ist von besonderer Bedeutung, weil es ein realistisches Ziel ist, berufliche Krebserkrankungen in Zukunft vollständig zu verhindern – vorausgesetzt, die Forschung ermöglicht, entsprechende Einwirkungen zu identifizieren, zu beseitigen oder zu ersetzen und die Beschäftigten dort zu schützen, wo dies nicht möglich ist“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Brüning. Er ist Direktor des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) in Bochum, das sich auf die Forschung und die Schwerpunkte Prävention und Früherkennung beruflicher Krebserkrankungen fokussiert.

Durch die Mitarbeit in Gremien wie dem Ausschuss für Gefahrstoffe, können die Forschungsergebnisse des IPA direkt in diese eingebracht werden und somit zur Prävention von Krebserkrankungen beitragen.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Arbeitskreis für krebserzeugende Gefahrstoffe, in dem Wissenschaftler des IPA eine führende Rolle einnehmen. In diesem Arbeitskreis wird die technische Regel für Gefahrstoffe 910 (TRGS) überarbeitet, die Exposition-Risiko-Beziehungen (ERB) bereitstellt, welche den Zusammenhang zwischen Stoffkonzentration in der Luft und der statistischen Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung beschreiben.

Die TRGS 910 macht die Gefahr krebserzeugender Stoffe quantitativ bewertbar, ordnet sie klaren Risikobereichen zu und koppelt daran verpflichtende Schutzmaßnahmen. Sie sorgt so dafür, dass Betriebe nachvollziehbar, systematisch und rechtsverbindlich Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung umsetzen. Das Ergebnis: deutlich geringere Expositionen und damit eine wirksame Minimierung des arbeitsbedingten Krebsrisikos.

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des IPA bildet die Früherkennung beruflicher Krebserkrankungen. Sie spielt eine bedeutende Rolle, da weiterhin länger zurückliegende Einwirkungen – hier ist insbesondere Asbest zu nennen – für die meisten neu auftretenden Krebserkrankungen verantwortlich sind.

Hervorzuheben sind nach Angaben des IPA zum einen Früherkennungsansätze, die auf molekularbiologischen Verfahren, etwa dem Nachweis von Schädigungen des Erbmaterials, der Identifizierung epigenetischer Marker oder von Proteinveränderungen beruhen. Personen mit beruflichen Expositionen und erhöhtem Risiko, an einem Tumor zu erkranken, können von einer Krebsfrüherkennung profitieren.

So wurden beispielsweise am IPA Biomarker entwickelt, die eine frühzeitige Erkennung Asbest-bedingter Tumoren ermöglichen. Im Rahmen von EVA-Mesothel, einem erweiterten Vorsorgeangebot zur Früherkennung von Mesotheliomen bei Personen mit einer anerkannten Berufskrankheit 4103, kommen die am IPA identifizierten blutbasierten Biomarker Calretinin und Mesothelin zum Einsatz. „Dieses Markerpanel verbessert die Früherkennung asbestbedingter Mesotheliome deutlich“, so Prof. Brüning. „Fast die Hälfte der Tumore kann damit bis zu ein Jahr vor der bislang möglichen klinischen Diagnose entdeckt werden. Das verbessert die Behandlungsoptionen deutlich.“

EVA-Mesothel ergänzt damit das erweiterte Vorsorgeangebot der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zur Früherkennung von Lungentumoren (EVA-Lunge). Das Angebot richtet sich an einen bestimmten Kreis von Versicherten, die beruflich gegenüber Asbestfeinstäuben exponiert waren.

EVA-Lunge besteht aus einer besonderen Form der radiologischen Untersuchung, der hochauflösenden Computertomografie mit niedriger Strahlendosis – kurz LD-HRCT. Dieses Verfahren ermöglicht es, Lungentumoren in frühen Entwicklungsstadien zu entdecken und damit die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

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