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Arbeitsunfälle auf Rekordtief – aber Risiken bleiben ungleich verteilt: Was SuGA und DGUV-Zahlen sagen

Deutschlands Arbeitswelt war 2024 so sicher wie nie seit Beginn der einheitlichen Erhebung – das zeigen der Unfallverhütungsbericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2024“ (SuGA) und die Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gleichzeitig wird deutlich: Der Rückgang verläuft nicht in allen Branchen gleich, Wegeunfälle bleiben relevant, und asbestbedingte Erkrankungen prägen weiterhin das Bild der Berufskrankheiten.

Rekordtief bei Arbeitsunfällen, rückläufige Wegeunfälle

Der SuGA‑Bericht (erschienen im Dezember 2025) weist für 2024 einen historischen Tiefstand von 810.399 meldepflichtigen Arbeitsunfällen aus; die Unfallquote sank auf 18,0 je 1.000 Vollzeitäquivalente. Auch die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle verringerte sich auf 440 (2023: 499). Bei den meldepflichtigen Wegeunfällen verzeichnet der Bericht 175.560 Fälle und die zweitniedrigste Quote seit 2020. Damit belegen die amtlichen Trendlinien eindeutig: Das generelle Risiko in Betrieb und Verkehr ist 2024 abermals gesunken. 

Die DGUV bestätigt diese Bewegung aus Sicht der Unfallversicherungsträger: 754.660 meldepflichtige Arbeitsunfälle (–3,7 Prozent gegenüber 2023) bei einem Risiko von 17,27 je 1.000 Arbeitskräften in Vollzeit; 173.483 meldepflichtige Wegeunfälle (–5,9 Prozent). 345 tödliche Arbeitsunfälle und 215 tödliche Wegeunfälle markieren auch hier einen Tiefstand. 

Wo passieren die meisten Unfälle? Der Blick in die Branchen

  • Bauwirtschaft: Die Bau‑Berufsgenossenschaft (BG BAU) meldet 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle (–4,5 Prozent gegenüber 2023). Die Tausend‑Personen‑Quote (TPQ) liegt mit 43,76 über dem Durchschnitt – ein vertrautes Muster: „Bau bleibt Hochrisikobranche“, auch wenn die absolute Unfallzahl sinkt. Todesursachen sind häufig Abstürze und herabfallende/kippende Teile. 
  • Verkehr/Logistik/Post/Telekommunikation: In den zusammengefassten Verkehr‑ und Logistikzweigen lag das relative Risiko traditionell über dem Mittel – zusätzliche Belastung: Wegeunfälle. Die DGUV verweist auf ein gesunkenes Wegeunfall‑Risiko (3,10 je 1.000 Versicherungsverhältnisse). Dennoch sticht dieser Bereich hervor, weil Mobilität ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit ist. 

Wegeunfälle: Noch immer relevant 

Während betriebliche Unfälle sinken, passiert unterwegs noch eine Menge: 2024 registrierte die DGUV 173.483 meldepflichtige Wegeunfälle (–5,9 Prozent) und 215 tödliche Wegeunfälle. Hier liegt das Präventionspotenzial offensichtlich außerhalb des Werkzauns – etwa bei Routen‑/Schichtplanung, Fahrzeug‑Sicherheit und Verkehrserziehung (inkl. E‑Bike/Lastenrad‑Nutzung). 

Berufskrankheiten: Pandemie klingt ab – Asbest bleibt Problem Nr. 1

Die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten sanken im SuGA 2024 auf 104.468 (–31 Prozent. 2023), Anerkennungen auf 29.306. 1.900 Todesfälle infolge von Berufskrankheiten sind dokumentiert – rund 65 Prozent davon weiterhin asbestbedingt. Die Daten unterstreichen: Bei Arbeiten in Altbauten muss langfristig ein Augenmerk auf Asbest gelegt werden. 

Unfallmuster: Hände besonders oft betroffen – ein schlichtes, teures Detail

2024 gab es rund 61.300 meldepflichtige Unfälle, die beim Umgang mit einfachen Handwerkzeugen passiert sind – allen voran Messer. Am häufigsten verletzen sich die Beschäftigten dabei an den Händen.  

Solche auf den ersten Blick harmlosen Missgeschicke führen oft zu mehrtägigen Ausfällen. Das zeigt, wie wichtig klare Sicherheitsregeln, gute Unterweisungen und geeignete Werkzeuge sind, um diese Unfälle zu vermeiden.

Quellen:

BAuA/BMAS: SuGA 2024 (Unfall‑, Wegeunfall‑, BK‑Kennzahlen; erschienen 12/2025)

DGUV: Arbeits‑/Wegeunfallgeschehen 2024 (Systemzahlen, Risiken, Todesfälle)

DGUV‑Broschüre „Arbeitsunfallgeschehen 2024“ (Detailtabellen, Schwerpunkt Handwerkzeuge)

BG BAU: Jahreszahlen 2024 (Unfallquote Bau; Ursachen tödlicher Unfälle)

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