Fast jede und jeder dritte Beschäftigte in der Europäischen Union leidet unter Stress, Angstzuständen oder Depressionen, die durch die Arbeit verursacht oder verschlimmert werden. Nach Angaben der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) sind es 29 Prozent. Knapp die Hälfte (45 Prozent) sagt, dass sie bei der Arbeit Risiken für ihr psychisches Wohlbefinden ausgesetzt ist.
Diese Zahlen stehen im Mittelpunkt der Europäischen Woche, die noch bis 23. Oktober 2026 läuft. Die Aktionswoche klingt nun aus, doch die Arbeit fängt gerade erst an – mit der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028: Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“. Die EU-OSHA hat sie am 13. Oktober in Brüssel gestartet, und die Europäische Woche war ihr erster großer Meilenstein. Ziel ist es, Arbeitgeber und Organisationen in die Lage zu versetzen, psychosoziale Risiken zu erkennen, zu bewerten und wirksam zu bewältigen. Dafür stellt die Kampagne Daten, erprobte Lösungen und praktische Werkzeuge bereit.
Die Kampagne konzentriert sich auf fünf Themen:
- Bewertung und Management psychosozialer Risiken
- Belästigung, sexuelle Belästigung und Gewalt
- körperliche Risiken und ihre Folgen für die psychische Gesundheit
- psychosoziale Risiken im Gesundheits- und Sozialwesen
- Förderung der psychischen Gesundheit bei der Arbeit
Psychische Gesundheit ist kein Wohlfühlthema, sondern Teil des Arbeitsschutzes. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen, und dazu gehört ausdrücklich auch die Psyche. Viele Betriebe, gerade kleine und mittlere, haben dafür jedoch nicht das nötige Fachwissen und die Ressourcen. Die Kampagne will diese Lücke schließen.
Roxana Mînzatu, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagt dazu: „Niemand sollte sein Wohlergehen opfern müssen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.“
Mitmachen lohnt sich
Die Kampagne läuft bis 2028. Unternehmen, Verbände und Institutionen können sich beteiligen, eigene Aktionen anstoßen und beim Wettbewerb für gute Praxislösungen mitmachen. Der Basi e.V. i.L. unterstützt die Kampagne als Medienpartner.
Informationen und Materialien gibt es unter: healthy-workplaces.osha.europa.eu

